Es geht um Menschen, ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten.

11. Führungskräftekreis "Arbeitsmarktchancen für Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge" (13./14.03.2017 in Berlin)

Der wohl bekannteste Flüchtling Deutschlands - Firas Alshater - war der Überraschungsgast unseres 11. Führungskräftekreises am 13./14.03.201 in Berlin.

Der junge Mann aus Damaskus produzierte in seiner Heimat für verschiedene internationale Nachrichtenagenturen Videobeiträge. Dafür wurde er vom syrischen Regime mehrfach verhaftet und brutal gefoltert. Trotz dieser traumatischen Erlebnisse hat er sich Lebenslust und Frohsinn bewahrt und unseren Tagungsgästen humorvoll davon berichtet, was es heißt, als Flüchtling in unser Land zu kommen und sich an die vielen deutschen Eigenarten anpassen zu müssen. In Deutschland avancierte Firas Alshater durch seine Zukar-Videos schnell zum Youtube-Star.

Als Ergebnis eines gemeinsamen Projektes von L&D Support und Firas Alshater entstand ein Video über InCheck zur fundierten Erstanalyse für Geflüchtete, welches wir Ihnen in Kürze ebenfalls zur Verfügung stellen werden. "Das Tool ist eine gute Sache und kann geflüchteten Menschen dabei helfen herauszufinden, welche Arbeit in Deutschland wirklich zu ihnen passt. Es ist toll, dass es InCheck in so vielen Sprachen gibt", sagte Firas Alshater bei seinem Auftritt in Berlin. Und seine Botschaft an die Tagungsteilnehmer lautete: "Zusammen schaffen wir das!"

Das Zitat der Bundeskanzlerin nutzte auch Andrea Martin vom KreisJobCenter Landkreis Marburg-Biedenkopf leicht abgewandelt in "Wir schaffen - was?", um Überlegungen, Erfahrungen, Erfolge, Misserfolge in der Integration geflüchteter Menschen im Landkreis Marburg-Biedenkopf vorzustellen. In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf hat das Jobcenter das Projekt VOICE - für das Gelingen einer Miteinanderkultur - initiiert. VOICE steht für: vocational - orientating - informative - cultural - experiencable.

Über umfangreiche Praxis-Erfahrungen als Anwender von InCheck zur Erstanalyse in der Flüchtlingsarbeit verfügt die Arbeit & Bildung Essen GmbH (ABEG). Dort ist das Tool seit Oktober 2015 im Einsatz. Doris Walencki und Elena Kromm von der ABEG stellten ihr Modellprojekt Kompetenzzentrum für Flüchtlinge vor und erläuterten, wie InCheck als Gesprächsbrücke für das Einzelcoaching der Geflüchteten und die Ergebnisse des Occupation-Reports und des Balance-Reports für die weitere Vorgehensweise in der Maßnahme genutzt werden.

Die SRH Berufliche Rehabilitation, BFW Heidelberg, nutzt InCheck und die.IMPULS in der Maßnahme SFA - Statusfeststellung von Asylbewerbern und Asylberechtigten. Theodor Huesmann, Leiter des Regio-Centers Süd, gab Einblicke in die Prozesskette der SFA-Maßnahme und zeigte auf, wie die Jobcoaches die InCheck- und die.IMPULS-Berichte für die Beratung und Orientierung von Geflüchteten hinsichtlich Beruf, Aus- und Weiterbildung einsetzen.

Die Anwender von die.IMPULS, der ressourcenschonenden Methode für die integrationsorientierte berufliche Rehabilitation, erhielten während der Tagung zahlreiche neue Informationen aus der Produktentwicklung. L&D Support hat im vergangenen Jahr neue Messpunkte entwickelt und so neue, teils übergeordnete psychologische Konstrukte operationalisiert. Insbesondere sind die Bereiche Resilienz, Kontrollüberzeugungen und Veränderungsbereitschaft zu nennen. Mit den neuen Messpunkten einhergehend wurde eine neue Darstellungsweise der Messergebnisse etabliert.

Sebastian Koch, Bereichsleiter die.IMPULS, stellte darüber hinaus den Zusammenhang zwischen den L&D Support-Gleichgewichtsstufen und dem Integrationserfolg in der Maßnahme RehaStep, den die.IMPULS-RehaPredictiveScore - RPS sowie neue Wege in der Dokumentationsunterstützung vor.

Im Anschluss daran erläuterte Markus Hertrich, Vorstand GFN AG Heidelberg, wie die neuen L&D Support-Messpunkte im IAS-Integrationsassessment in seinem Haus zur persönlichen, gesundheitsorientierten beruflichen Aktivierung genutzt werden, um Menschen mit multiplen Vermittlungshemmnissen auf den Weg zurück in Arbeit zu bringen.

Die technikaffinen Teilnehmer kamen beim Vortrag von Michael Haß, L&D Support Geschäftsführung, voll auf ihre Kosten. Er brachte die verbesserte Version des Dynamic Managings für die Tagungsgäste mit und läutete damit den Generationswechsel unserer Anwenderplattform ein. Ab Mitte des Jahres 2017 wird das DM2 schrittweise durch das DM3 abgelöst.

Domenico Caprioli von der Servicegesellschaft Forma-tec aus Rom präsentierte ein Projekt der Europäischen Kommission, um die Potenziale von Geflüchteten und die Ressourcen auf regionaler Ebene zusammenzubringen. Der Bottom-up-Ansatz dieses europäischen Projekts ermöglicht ein kommunal bedarfsgerechtes Vorgehen, mit dem Ziel, die Inklusionswilligen (Geflüchtete und Langzeitarbeitslose) und die Angebote vor Ort in den Kommunen, bei den Trägern, Jobcentern, etc. zusammenzubringen, um die Menschen besser und schneller zu integrieren.

L&D Support unterstützt das Projekt mit «InCheck» auf dem Gebiet der Potenzialanalyse, kombiniert mit Resilienz-Feststellung. Zum Kern des Projekts gehört die IT-ComBInAction-Lösung der TU Dresden, die das Vernetzen und Aktivieren aller Betroffenen ermöglicht. IT-ComBInAction steht für IT Community Based Innovative Action.

Es werden noch Jobcenter und Kommunen aus Deutschland für dieses Projekt der Europäischen Kommission gesucht. Neben Italien und Deutschland sind die Länder Dänemark und Polen beteiligt.

Das Protokoll der Tagung mit den zusammengefassten Redebeiträgen, den Foliensätzen der Referenten sowie einer umfangreichen Fotogalerie können Sie bestellen bei:

L&D Support GmbH
Martina Prochnow
M.Prochnow@LDSupport.de
Tel. +49 40 6094692-12