Jobcenter Hochsauerlandkreis: Mit direktem Blick auf die Kunden

Der Hochsauerlandkreis ist bundesweit eine von 104 Optionskommunen, die gemeinsam mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden die Aufgabe der Grundsicherung für Arbeitsuchende wahrnehmen. Der kommunale Träger Hochsauerlandkreis hat einen Teil dieser Aufgaben an die zwölf kreisangehörigen Städte und Gemeinden delegiert. Koordiniert wird die Arbeit dieser teilweise sehr unterschiedlichen Standorte von der Zentrale des Jobcenters in Meschede.

"Unsere dezentrale Struktur ist durchaus etwas Besonderes. Sie erlaubt es uns, Hilfen aus einer Hand und kurze Wege anbieten zu können", sagt Thomas Henke, stellvertretender Leiter des Jobcenters Hochsauerlandkreis. Die Zielsetzung aller Aktivitäten an allen zwölf Standorten sei eine schnelle und dauerhafte Eingliederung der Kunden in das Arbeitsleben. Dazu sei es notwendig, zügig in Erfahrung zu bringen, wie die Kunden am besten unterstützt werden können, damit die Integration gelingt.

Hierbei leistet die ABC-Methode von L&D Support einen wichtigen Beitrag. "Unsere knapp 30 ausgebildeten ABC-Coaches wissen dieses Instrument für ihren Handwerkskoffer zu schätzen und profitieren davon als Prozessbeschleuniger und Gesprächsunterstützer", ergänzt Stefan Schneider, Teamleiter Fallmanagement Arnsberg und ausgebildeter ABC-Coach. Und Stefan Schneider weiß, wovon er spricht, denn der Hochsauerlandkreis nutzt das Instrument seit Juli 2013.

ABC-Messung beim Träger - Auswertung beim Fallmanager
Der Hochsauerlandkreis hat ein interessantes Konstrukt für die ABC-Messung: Zwei im Kreis ansässige Träger - moveo GmbH und Josephsheim gGmbH - übernehmen im Rahmen einer 45er Maßnahme die Kompetenzfeststellung und Balancemessung, führen ein Bewerbungstraining durch und unterstützen bei der Stellensuche. Der Fallmanager trifft zuvor die Auswahl, welche Kunden in diese Maßnahmen eingesteuert werden. So fällt die Wahl beispielsweise auf Kunden, die keine Berufserfahrung mitbringen, oder bei denen die berufliche Orientierung untermauert werden muss, oder auch auf Frauen nach der Elternzeit. "Die Messung ist selbstverständlich absolut freiwillig", betont Thomas Henke. Es gebe auch Kunden, die diese Messung ausdrücklich wünschten. Die aus der ABC-Messung generierten Berichte gehen dann von den Trägern direkt zurück an die Fallmanager des Jobcenters. Die Messergebnisse unterstützen die Berater maßgeblich bei der Einschätzung, ob Stabilisieren und/oder parallel Aktivieren bzw. bereits Integrieren im Fokus ihrer Bemühungen für und mit dem Kunden stehen sollten.

Die ABC-Messung (Attitudes, Balance, Competences) gibt einen aussagekräftigen Überblick über die Soft Skills einer Person, also zu ihren Kompetenzen und Talenten sowie zu ihren Interessen und zugrunde liegenden inneren Haltungen. "Die Methode ist objektiv und valide und hilft den Fallmanagern, schnell und auf eine wertschätzende Art Vertrauen zu den Kunden aufzubauen", bekräftigt der Teamleiter Fallmanagement und ausgebildete ABC-Coach, Stefan Schneider.

ABC-Messung in der psychosozialen Betreuung
"Wichtig sind auch die Hinweise aus der Messung zur derzeitigen emotionalen Stabilität bzw. Balance einer Person", ergänzt Diplom-Sozialpädagoge Jürgen Britten. Er ist im Jobcenter Hochsauerlandkreis seit 2013 für die psychosoziale Betreuung (nach § 16a SGB II) zuständig. Der Diplom-Sozialpädagoge weiß, dass ohne eine respektvolle persönliche Beziehung, ohne gute persönliche Gespräche beinahe alle Bemühungen ins Leere laufen. Kunden, die psychosoziale Betreuung erhalten, befinden sich meist in Lebenssituationen mit besonders komplexen Problemlagen, in denen sie ergänzend zu den medizinischen Maßnahmen begleitet werden müssen. In dieser Kundengruppe finden sich auffallend viele G 6- und G 7-Kandidaten. (Die Gleichgewichtsstufen G 6 und G 7 bedeuten, dass sich diese Menschen "außer Balance" befinden und für sie eine Arbeitsmarktintegration aktuell nicht im Fokus steht, sondern stabilisierende und aktivierende bzw. medizinischtherapeutische Maßnahmen vorrangig sind).*

"Ein Teil dieser Menschen, die auffällige Persönlichkeitsmerkmale aufweisen, ist sehr verschlossen", weiß Jürgen Britten aus seiner mehrjährigen Erfahrung zu berichten. "Die Messergebnisse halten ihnen quasi einen Spiegel vor, der es erleichtert, sich zu öffnen und über die persönlichen Problemlagen zu sprechen." Durch die Grafiken aus dem ABC-Bericht - z.B. Stressoren, Stressdeterminanten oder interne & externe Referenz - und eine geschulte Gesprächsführung verschafft sich Jürgen Britten Klarheit über die Situation seiner Kunden und über deren Resilienz. Die Vermittlungshemmnisse würden "besprechbar" und die Selbstwahrnehmung der Kunden verbessert. Die ressourcenorientierte Sicht auf die Fähigkeiten und Talente sowie die vorhandenen Kompetenzen veranlassten die Kunden, sich mit sich selbst ernsthaft auseinanderzusetzen: Wo stehe ich jetzt, welche Entwicklungspotenziale habe ich, wo will ich hin?

Das zur ABC-Messung gehörende Dynamic Matching bietet die Möglichkeit, das Profil des Kunden gegen ca. 470 Tätigkeitsprofile zu matchen. "So erhalte ich eine nützliche Entscheidungshilfe beispielsweise auf die Fragen: Was passt wirklich zu diesem Kunden und welche Förderung macht zum jetzigen Zeitpunkt für diesen ganz konkreten Fall Sinn", sagt Jürgen Britten. "Die Messung und die daran anschließenden Gespräche liefern Antworten, die ich als Berater sonst so nicht bekommen hätte", schätzt der Diplom-Sozialpädagoge zusammenfassend ein.

Der Hochsauerlandkreis
Mit 1.956 km² ist der Hochsauerlandkreis der flächengrößte Kreis in Nordrhein-Westfalen, der durch eine überwiegend mittelständische Wirtschaftsstruktur geprägt ist, die derzeit gute Chancen für Integrationen in Arbeit bietet. Die Arbeitslosenquote des Kreises liegt bei 4,2 Prozent. (Quelle: Datenatlas vom 17.04.2018) Der Hochsauerlandkreis erbringt Förderleistungen, Geldleistungen und Serviceleistungen für anspruchsberechtigte Personen nach dem SGB II. Dabei sollen die Hilfesuchenden aktiv in einen zielgerichteten und effektiven Prozess der Arbeitsmarktintegration eingebunden werden. Insgesamt sind rund 160 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beim Hochsauerlandkreis und seinen Städten und Gemeinden mit der Betreuung der SGB-II-Kunden befasst.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
L&D Support GmbH
Carola Lechtenböhmer-Barth
Leiterin Akademie
Tel. +49 40 / 609 46 92 26
C.Lechtenboehmer-Barth@LDSupport.de
www.LDSupport.de

Hochsauerlandkreis
Thomas Henke
Stellvertretender Leiter des Jobcenters
Koordination • Prozesssteuerung
Grundsicherung für Arbeitsuchende
Tel. +49 02 91 / 94 25 51
thomas.henke@hochsauerlandkreis.de
www.hochsauerlandkreis.de

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